"So  S I N N LOS _wie mein Leben." (Besucher)

Siebenwöchige Installation einer grünen Tür mit Münzschloss im Rahmen einer Ausstellung im soziokulturellen Zentrum "cuba".

Die Tür steht mittig auf dem Bürgersteig vor dem Begegnungszentrum. Sie ist nur von einer Seite begehbar. Das Durchschreiten kostet pro Person 10 Cent. Auf der Tür erklärt ein Schild die Tür- und Benimmregeln. Im Schild ist eine Funkkamera angebracht, die das aufgenommene Bild in den eigentlichen Ausstellungsraum überträgt. Das eingenommene Geld wird laut Schild ausschließlich zum Erhalt der Tür verwendet.

Das cuba betreibt am Wochenende eine Diskothek. Ein Türsteher berichtet von einem Gast, der zur späten Stunde das cuba verlässt und auf die grüne Tür trifft. Nach langem Überlegen, ob der Obolus von 10 Cent nicht verschwendetes Geld sei, unternimmt er einen Versuch. Er wirft die 10 Cent ein und durchschreitet die Tür. Als das Schloss hinter ihm zufällt, kommentiert er: "So sinnlos wie mein Leben."

Bereits nach drei Tagen fühlt sich die Tür vom Ordnungsamt genötigt ihren Standort zu wechseln. Da sie den Straßenverkehr behindere, wird mit sofortiger Abholung durch die städtische Abfallentsorgung gedroht.
Mit dem Verweis auf die Freiheit der Kunst, entgeht die Tür der Deponie und zieht auf den Berlinerplatz am Hauptbahnhof um.

Nach vier Wochen wird die Tür nachts von Jugendlichen eingetreten. Dank eines Obdachlosen der die Polizei alarmiert, sowie der Videoüberwachung, ist die Identifizierung dieser umgehend möglich. Die Strafe: Sozialstunden mit jae pas. Um weiteren Zwischenfällen vorzubeugen, wird das Kunstwerk um zwei Türsteher erweitert - zur Freude des Publikums.

Die grüne Tür blieb bis zum Ende der Ausstellung am  22. Dezember 2006 am Berlinerplatz. Im Laufe der Ausstellung durchschritten über 700 Besucher die Tür.

Der Optimist dankt!